Ein Produkt der mobus 200px

Von M. Seith, Bözberg, Dip.-Ing. Gartenbau, Fachperson Naturnaher Gartenbau

von Viktor Müller, Frick

Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Zecken-Erkrankungen

Wir haben bereits einen Ratgeber über Zecken publiziert. Sie können ihn auf unserer Homepage in der Rubrik Ratgeber unter Z nachlesen. Dort lesen Sie das Wichtigste über diese unangenehmen Tiere. Wir haben in den letzten Wochen vermehrt mit Zeckenbissen zu tun bekommen, darum möchten wir erneut auf dieses Thema eingehen:

Rechtliches:

Ein Zeckenbiss (oder Zeckenstich) ist ein Unfall! 

In der Schweiz (als einzigem Land in Europa) ist die Unfallversicherung für die Finanzierung auch der Folgeerkrankungen zuständig. Dabei handelt es sich um die folgenden Krankheiten: 

- Borreliose / Lyme-Krankheit 

- FSME = Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Hirnhautentzündung und die 

- Tularämie.

Wenn ein Arztbesuch nötig wird aufgrund eines Zeckenbisses, ist die Unfallversicherung für die Finanzierung des Ereignisses zuständig. Das heisst für Sie als Betroffene oder Betroffener: Melden Sie den Arztbesuch Ihrer Unfallversicherung. Je nach Ihrer Situation ist das die Unfallversicherung Ihres Betriebes (SUVA ist die bekannteste) oder die Unfallversicherung ist in Ihrer Krankenversicherung eingeschlossen.

Arztbesuch:

Nach der baldmöglichsten Entfernung der Zecke muss die Stelle desinfiziert werden. Man sollte möglichst ein Foto machen, das Datum notieren und in den kommenden Wochen die Stelle mindestens einmal täglich kontrollieren. 

Mögliche Beschwerden:

- Tritt eine Hautrötung auf, die sich ver-grössert und wandert (Wanderröte) oder 

- zeigen sich Kopf-, Gelenk- oder grippeartige Beschwerden, oder es zeigt sich eine

- fortschreitende Entzündung der Eintrittsstelle (es heilt nicht, sondern wird immer schlimmer), ist ein Arzt aufzusuchen!

Gemäss Information vom BAG sind in der Schweiz 5 bis 30% (stellenweise bis zu 50%) der Zecken Träger von Borrelien (ein Bakterium) und etwa 0,5% Träger des FSME-Virus. Die Tularämie oder Hasenpest wird ebenfalls durch ein Bakterium verursacht. 

Ein Exkurs zum Thema Infektionskrankheiten. Ausbrüche, Epidemien, Pandemien gemäss BAG 

Viren und Bakterien sind allgegenwärtig. Das haben wir gerade schmerzlich deutlich erlebt. Von einem Ausbruch spricht man, wenn eine bestimmte Krankheit innerhalb einer begrenzten Gemeinschaft, Region oder Saison vermehrt auftritt. Wir erleben das normalerweise bei Salmonellen oder Noroviren. Durch eine genaue Abklärung bei den Betroffenen kann die Quelle gefunden und anschliessend beseitigt werden. Damit ist der Ausbruch normalerweise beendet.

Epidemie:

Eine Infektionskrankheit tritt stark gehäuft, örtlich und zeitlich begrenzt auf. Bei uns in der Schweiz betrifft das die saisonale Grippe, Lyme-Borreliose, FSME oder auch in städtisch geprägten Regionen sexuell übertragbare Krankheiten. Das BAG analysiert diese Fälle, bewertet die Risiken und erstellt dazu epidemiologische Berichte, die zu Impfempfehlungen, Bekämpfungsstrategien oder Präventionsprogrammen führen.

Pandemie:

Hier handelt es sich um die Ausbreitung einer bestimmten Infektionskrankheit in vielen Ländern oder sogar Kontinenten. Das erleben wir gerade! Bis anhin gab es nur Empfehlungen zu Hygienemassnahmen oder zu Prävention oder Behandlung.

Im momentanen Pandemie-Fall sind die Informationen über die Erkrankung als solche, den Verlauf etc. zu wenig bekannt, um unveränderbare Anweisungen zum Verhalten der Bevölkerung zu geben.

Die Abstandsregelung und die Hygiene-Massnahmen waren eine erfolgreiche Strategie, die Infektionszahlen herunter-
zubringen. Die Zukunft wird weitere Strategien zeigen.

Zum Thema Epidemie, wie es die Zahlen zu den Krankheiten der zeckenübertragenden Krankheiten zeigen, werden wir in den kommenden Ratgebern sprechen. Zum Thema Prävention haben wir bereits im ersten Ratgeber Tipps gegeben. Zeckenspays helfen die Plagegeister fernzuhalten. Es gibt verschiedene dafür zugelassene Wirkstoffe: 

- DEET: nicht zu empfehlen bei Menschen mit empfindlicher Haut und bei Kindern unter 2 Jahren (allergische Reaktionen sind bei diesem Wirkstoff vermehrt beschrieben worden).

- Icaridin oder Citridiol sind in ihrer Wirkung mit DEET vergleichbar und sind viel hautverträglicher. Einzelne Produkte können bereits bei Kindern ab 1 Jahr angewendet werden. 

Alle Produkte wirken zeitlich begrenzt und können keine absolute Garantie geben nicht gebissen oder gestochen zu werden. Es muss trotzdem immer nach einem Aufenthalt im Freien, in Waldnähe, der ganze Körper gut kontrolliert werden. 

Bleiben Sie gesund! Ihr Team der Vinzenz Apotheke – Eine Quelle der Gesundheit

Von Michael Derrer, Unternehmer und Hochschuldozent für Wirtschaft, Rheinfelden

von Daniela Müller Brodmann, Präsidentin Natur- und Vogelschutz Rheinfelden (NVR)

Christoph Zehnder,  eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Die Bullen kämpfen mit den Bären

Am Montag, 15. Juni, standen die US-Aktienmärkte vorbörslich bei -3%. Bis zum Closing drehten sie ins Plus von +0.8%. Am Dienstagmorgen standen sie vorbörslich weitere +3.0% im Plus. Mit anderen Worten haben sie in 24 Stunden um über +6.5% zugelegt. In den Tagen zuvor waren sie allerdings auch unter Druck gekommen.

So starke Bewegungen gibt es nicht oft, v.a. wenn kaum Neuigkeiten vorliegen (die meist wenigstens im Nachhinein als Begründung herhalten dürfen). Nicht nur einzelne Investoren scheinen offenbar Mühe zu haben, den aktuell plausiblen Kurs einzuschätzen, selbst der Markt en bloc weiss offenbar nicht mehr, was denn der «richtige» Kurs sein soll.

Gewinne und Aktienkurs

Dass Tagesschwankungen nicht vorhergesehen werden können, ist nichts Neues. Etwas besser ist die Trefferquote, wenn man versucht, die längerfristigen Bewegungen an den Aktienmärkten mit der Entwicklung der Realwirtschaft zu erklären. Das ist auch nicht erstaunlich, denn Aktienbesitz bedeutet, dass man einen Teil einer Firma besitzt und eine Firma ist deshalb etwas wert, weil sie Gewinne erzielt, welche wiederum dem Eigentümer gehören. Wenn also langfristig die Gewinne steigen, steigt auch der Wert der Firma. Vergleiche über Jahrzehnte zeigen denn auch, dass die Gewinne langfristig ähnlich stark steigen wie der Kurs des Gesamtmarkts.

Finanzmärkte lösen sich von Realwirtschaft

Diese Relation ist aber in den letzten Jahren aus dem Gleichgewicht geraten. Das Wachstum der Gewinne vermag seit ein paar Jahren nicht mehr mit den starken Kursanstiegen der Aktien mitzuhalten. Viele Marktbeobachter nehmen kein Blatt vor den Mund und sagen, dass die exzessive Geldmengenausweitung der Zentralbanker die Finanzmärkte gefährlich von der Entwicklung der Realwirtschaft losgelöst hat. Fast alle Bewertungsmassstäbe, welche früher als gute Langfristindikatoren getaugt haben, zeigen für den amerikanischen Aktienmarkt ein Ausmass von Überbewertung an, das nur in den extremsten Zeiten vor der Weltwirtschaftskrise oder der Dotcom-Bubble erreicht wurde.

Nehmen wir nur die letzten ein,  zwei Jahre. 2019 haben die meisten Aktienindices 25-30% zugelegt, während die Gewinne praktisch unverändert waren. 2020 dürfte angesichts des temporären Corona-Lockdowns ein klarer Rückgang der Gewinne zur Folge haben. Der amerikanische Aktienindex SP500 hat aber alle Verluste seit Anfang Jahr wieder wettgemacht und steht praktisch unverändert da. Die technologielastige Nasdaq steht sogar auf Allzeithöchst.

Die Marktstrategen erwarten, dass selbst ohne zweite Coronawelle (welche nicht ausgeschlossen ist) das Wirtschaftswachstum im 2021 die Delle im 2020 kaum vollumfänglich wird ausbügeln können. Mit anderen Worten dürfte die Wirtschaft insgesamt Ende 2021 noch nicht einmal ganz dort stehen, wo sie zwei Jahre davor Ende 2019 stand. Wo werden dann die Aktienmärkte stehen? Nochmals 30% höher? Oder kommt eine zweite Verkaufswelle? Wir bleiben vorsichtig.

 

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

Von Markus Kunz, Frick

Von Jon Forrer, Vizepräsident glp Fricktal, Magden

Sonja Wunderlin, Naturärztin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Neophyten in aller Munde
Als Neo-phyt (= neue Pflanze) gelten ursprünglich gebietsfremde Pflanzen, die nach Kolumbus› Entdeckung von Amerika, also ab 1492, durch den Menschen eingeführt wurden und sich in der freien Wildbahn durchsetzen. Als «invasive Neophyten» bezeichnet man Neophyten, die sich zudem stark und schnell ausbreiten, sodass Lebensräume anderer Pflanzen gestört werden. Wir sprechen also von «invasiven Neophyten», wenn es um die Probleme der Ausbreitung geht.
Beispiele sind der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), die spätblühende sowie die kanadische Goldrute (Solidago gigantea und canadensis), der japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica) oder die Robinie (Robinie pseudoacacia).
Man versucht, sie mit verschiedenen Mitteln einzuschränken: Sie werden ausgrissen, abgebrannt oder mit Herbiziden behandelt, so dass sie absterben.

Wenn ich im Wald auf eine Goldruten-ausreissende Schulklasse treffe und einer der Jungs sagt mir auf meine Frage, warum sie die Pflanzen ausreissen würden, dass diese eben «böse» seien, dann frage ich mich, ob das pädagogisch sinnvoll ist. Und ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt, Kinder für die Natur zu sensibilisieren und gleichzeitig die neuen Pflanzen in Schach zu halten. Auch wenn es nötig ist, die Neophyten zu reduzieren.
Gehen wir zurück in die Zeit nach 1570, als die Kartoffel, für Europa auch ein Neophyt, in Europa ankam. Man kannte die Kartoffel noch nicht recht, ass die oberirdischen Früchte, was zu Bauchschmerzen und Vergiftungserscheinungen führte. Später ernährt die Kartoffelpflanze Millionen von Menschen. Die kanadische Goldrute wurde 1758 als Zierpflanze auf dem Eurasischen Kontinent eingeführt. Heute ziert sie manche Gärten und wilde Landstriche mit ihren gelben Blütenpyramiden. Die gedämpften jungen Triebe der Goldrute werden wie Spargel serviert und schmecken köstlich. Der Tee der kanadischen Goldrute unterstützt die Nierenfunktion ohne die Nieren zu belasten.

Der eindrücklich grosse japanische Staudenknöterich wurde um 1825 als Viehfutterpflanze eingeführt. Am besten schmecken die dicken jungen Sprosse. Diese werden geschält und können roh oder gekocht wie Rhabarber gegessen werden. Wie beim Rhabarber sollte nicht mehr als eine gute Hand voll pro Person und Tag genossen werden, beide enthalten Oxalsäure. Beim Ernten sollten Sie darauf achten, dass zuvor nicht mit Herbiziden gegen den Staudenknöterich vorgegangen wurde. Denn obwohl die Benützung von Herbiziden wie «Roundup» für Privatpersonen seit 2001 verboten ist, werden sie nach wie vor verkauft und genützt.
Die weissen Blüten der Robinie sind für mich eine absolute Delikatesse im Frühling, auf die ich mich immer freue. Sie schmecken süss und leicht nach Erbsen und ich nasche sie auf Wanderungen direkt vom Baum oder nehme eine handvoll mit zum Frittieren im Bierteig. – Achtung: Die gelben Blüten des Goldregens sehen ähnlich aus, blühen zu ähnlichen Zeit und sind hochgiftig!
Experten sind sich einig: die Neophyten sind zwar kurzfristig dezimierbar, auf die Länge jedoch nicht völlig auszurotten. Vielleicht ginge es also eher darum, einen neuen Umgang mit ihnen zu finden. Mein Plädoyer ist also: Nutzt die Neophyten, wenn sie schon so grosszügig wachsen.

Wenn Sie jetzt inspiriert sind von den Verwendungsmöglichkeiten der Neophyten, pflanzen Sie sich keine in den Garten – es hat ja immer noch genug in Feld, Wald und Wiese! Und bedienen Sie sich hemmungslos.

Die aktuelle «schwarze Liste» der invasiven Neophyten finden Sie unter https://www.infoflora.ch/de/neophyten/listen-und-infobl%C3%A4tter.html

Kurse und Pflanzenwanderungen zur sicheren Bestimmung finden unter www.sonjawunderlin.ch

Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

Sie haben noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich jetzt!

Loggen Sie sich mit Ihrem Konto an