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EVP Aargau: Mehr Natur in Privatgärten

(evp) Im Aargau werden sehr viele Projekte zum Schutz der Natur umgesetzt. Trotzdem nimmt die Biodiversität kaum zu, der Druck auf die Verwendung der Böden steigt von allen Seiten. Die EVP sieht zwei Prioritäten: Eine bessere Vernetzung der Lebensräume, besonders in den verdichteten Siedlungen, und bessere Information an die breite Bevölkerung.


Der Kanton Aargau hat sehr viele Massnahmen zum Schutz der Landschaft, zur Sicherung, Aufwertung und Vernetzung von Lebensräumen und zur gezielten Förderung von Arten umgesetzt. Trotzdem genügte es offenbar nicht, um die Artenvielfalt signifikant zu verbessern. Die Herausforderungen für Natur und Landschaft haben sich zunehmend verschärft. Die Ansprüche an die Nutzung des öffentlichen Raums steigen: Wohnen, Mobilität, landwirtschaftliche und industrielle Produktion, Erholung, Naturschutz. Die Frage, wo die Prioritäten liegen sollen, wird unsere Gesellschaft in Zukunft häufiger beschäftigen. In einzelnen Bereichen sind die Erfolge der 1. Etappe des Programms Natur gut, in anderen weniger. Der Kanton folgert richtig: Die Herausforderungen bleiben, die Tragweite verschärft sich.


Fokus auf Vernetzung der Lebensräume
Als wichtigste Herausforderung sieht die EVP Handlungsfeld III (Die funktionelle Vernetzung der Lebensräume sicherstellen). Einerseits wurden da in der letzten Etappe einige Ziele nicht erreicht. Andererseits verschwinden durch die politisch bewusst gewollte Verdichtung in den Siedlungen immer mehr grosse Gärten, unbebaute Wiesen und alte Liegenschaften – also Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Die Vernetzung ist gerade in diesen Gebieten wichtiger geworden. Das zeigt auch der Kessler-Index im Anhörungsbericht. Alle Kurven sind immerhin leicht steigend, ausser die Kurve "Siedlung" ist bestenfalls gleichbleibend, eher sinkend. Die EVP findet, wir müssen beim Bauen mehr Rücksicht auf die Biodiversität nehmen, von der Raumplanung über die Baugesuche bis zur Gartengestaltung. In Bezug auf das Programm Natur heisst das, es sollen mehr Ressourcen für die Vernetzung in Siedlungsgebieten (und Entsprechend weniger für andere Handlungsfelder) eingesetzt werden.


Potential bei Information an Bevölkerung
Auch bei der Bekanntmachung der Projekte sieht die EVP Aargau noch Verbesserungspotential.
Wer sich interessiert, findet die Informationen bereits heute. Für die Natur-Interessierten sollte aber das
Bring-Prinzip gestärkt werden, indem Informationen nicht nur für die kantonalen Verbände, sondern zur Weitergabe bis zu den Vereinen aufbereitet werden. Die bereits stattfindenden Weiterbildungen für Gemeinde-Mitarbeitende und Mitglieder der Naturschutz-Vereine hält die EVP für sehr wertvoll.
Für die breite Bevölkerung sollten Projekte nicht nur via Naturama und in der Fachliteratur, sondern vermehrt in den normalen Medien und auf Social Media verbreitet werden. In den regionalen Zeitungen könnten solche Beiträge gut aufgenommen werden. Der Umgang mit Natur darf nicht darauf beschränkt werden, die Natur als Erholungsraum zu nutzen.
Die EVP weist zudem auf die Gefahr der Bürokratie hin. Es ist besser, Massnahmen umzusetzen und Wirkung zu erzielen, als Inventare zu verwalten und Wirkungskontrollen nur durchzuführen.

Die voraussichtliche leichte Unterschreitung des Budgets für die 1. Etappe (2021–2025) begrüsst die EVP natürlich. Mit dem neuen Kredit ist sie einverstanden, regt aber wie erwähnt eine Verschiebung der Gelder zu Handlungsfeld III (Die funktionelle Vernetzung der Lebensräume sicherstellen) und zu Informationen an die Bevölkerung an.