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Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin FH
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Das Gute sehen
Kennen Sie auch unerschütterliche Optimisten in Ihrem Bekanntenkreis? Und kennen Sie ebenso Schwarzmaler, hoffnungslose Pessimisten, kritische und zynische Menschen? Und wie schätzen Sie sich selber ein? Wären Sie gerne etwas zuversichtlicher und positiver? Gerade in unsicheren Zeiten ist eine optimistische Grundeinstellung von grossem Vorteil: Sie macht uns psychisch und physisch resilienter. Kann man eine solche Haltung erlernen? Neurologische Untersuchungen haben gezeigt, dass dies in jedem Alter möglich ist.
Unsere Vorfahren mussten in erster Linie um ihr Überleben kämpfen und deshalb sehr achtsam sein, ob irgendwo eine Gefahr lauerte. Daraus hat unser Gehirn leider eine Vorliebe für das Negative entwickelt. Wir lernen sehr schnell aus unangenehmen, schmerzhaften Erfahrungen, die wir logischerweise nicht wiederholen wollen. Auf der anderen Seite lernen wir nur sehr langsam aus positiven Erfahrungen. Von den 60 000 Gedanken, die wir täglich haben, sind zirka 70 Prozent Nebensächlichkeiten, die wir sofort wieder vergessen. 27 Prozent sind negativ und nur 3 Prozent sind positiv.
Wenn Sie an Ihrer Negativitätstendenz etwas verändern möchten, geht es darum, zuerst einmal die Gedanken zu beobachten, ohne dabei schon etwas anders machen zu wollen. Nehmen Sie nur wahr, was Ihnen so durch den Kopf geht. Da zeigen sich sehr oft Ärger, Groll, Entwertungen anderen Menschen gegenüber, aber auch gegen sich selbst gerichtete Gedanken. Der «innere Kritiker» spricht zu uns: Mach schneller, mach es besser, mach mehr, mach es allen recht, sei perfekt! Wenn wir dies realisieren, braucht es nur einen kleinen Schritt zur Überlegung: Wollen wir diese Gedanken wirklich oder möchten wir nicht liebevoller, sanfter, vergebender auf uns und die Welt schauen?
Jeder Tag schenkt uns die Möglichkeit neue Erfahrungen zu machen. Sie können mehr auf Positives achten und sei es noch so klein. Wenn Sie etwas Schönes feststellen, bleiben Sie einen Moment dabei und vertiefen Sie diesen Eindruck ein klein wenig. Wenn Sie mit nicht wertenden Augen durch die Welt gehen, fällt Ihnen überall etwas auf: die Wolken, der Grashalm am Wegrand, aber auch ein Wasserfleck kann durchaus hübsch sein, Staub kann als kosmische Materie gedeutet werden, ein langsamer Autofahrer kann zum Nachdenken über das eigene Tempo anregen. Vieles kann, aus einer anderen Perspektive gesehen, einen neuen Sinn ergeben.
Sie können auch selber aktiv werden und eine positive Erfahrung erschaffen: Sich selber oder jemandem ein Kompliment machen, ein liebes SMS schreiben, ein Musikstück hören, welches Ihnen ein gutes Gefühl gibt. Die Katze streicheln, spazieren gehen oder das Bett frisch beziehen. Dabei geht es weniger darum, was ich tue, als wie ich etwas tue. Erinnern Sie sich jeden Abend an die schönen Erlebnisse des Tages. So lernt ihr Gehirn diesen Erfahrungen mehr Gewicht beizumessen und das Leben wird insgesamt viel angenehmer.

Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Margrit Schmidlin
lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Die Sprachen der Liebe
Viele Paare sprechen nicht dieselbe Sprache, wenn es darum geht, ihre Liebe und Wertschätzung für den Partner zu zeigen. Dies führt zu Missverständnissen, zu Enttäuschungen und zu Distanzierung. Doch das muss nicht sein.
Wir lernen in unserer Entwicklung durch das Vorbild der Eltern, durch Einflüsse von Drittpersonen, von Medien, wie wir mit Gefühlen umgehen sollen. Dazu gehört auch eine Vorstellung, wie ich meinem Partner, meiner Partnerin meine Liebe zeige und umgekehrt wie mein Gegenüber mir seine/ihre Gefühle zeigen sollte. Es entwickelt sich also eine Art Sprache der Liebe und Wertschätzung.
In der Paarberatung zeigt sich jedoch, dass Paare oft Konflikte haben, weil sie aneinander vorbeireden, sich nicht verstehen oder verstanden fühlen, was zu zunehmender Frustration und Abkühlung der Gefühle führt. Dies hat möglicherweise damit zu tun, dass jede/r eine andere Sprache spricht. Da hilft es auch nicht, wenn ich mehr und lauter «Chinesisch» spreche, wenn der andere nur «Spanisch» versteht und spricht. Das Paar ist sich meist nicht bewusst, dass jede/r seine eigene Sprache hat, in der er/sie seine Gefühle zum Ausdruck bringt oder in der er/sie beim Gegenüber verstanden würde.
Gary Chapman hat folgende fünf Sprachen der Liebe definiert:
1. Kleine Geschenke von Herzen: Dies können kleine Zeichen, Aufmerksamkeiten sein wie z.B. ein Zettelchen, sms schreiben, eine Einladung oder Überraschung.
2. Lob und Anerkennung: ab und zu danke sagen, ein Kompliment machen, Freude ausdrücken.
3. Zweisamkeit: bewusst Zeit zu zweit (auch ausserhalb der Wohnung) gestalten und verbringen, gemeinsame Projekte planen und realisieren.
4. Hilfsbereitschaft: den Partner, die Partnerin unterstützen, ihm/ihr etwas zuliebe tun, Teamwork, Beistand und Entlastung bieten in schwierigen Zeiten.
5. Zärtlichkeit: Berührungen und Zärtlichkeiten im Alltag, Umarmungen, kuscheln, streicheln, verführen, Sexualität.
Selbstverständlich kommt es auch mit der gleichen Sprache zu Missverständnissen und Spannungen; es kann jedoch hilfreich sein, sich zu fragen, welche Sprache/n sprechen wir beide eigentlich. Welche Zeichen sende ich, um meine Liebe zu zeigen und welche Zeichen erwarte ich, damit ich mich geliebt fühle? Sprechen wir dieselbe Sprache? Vielleicht ist z.B. die Frau enttäuscht und frustriert, weil sie sich ab und zu eine kleine Aufmerksamkeit oder ein Lob wünscht, und der Mann ist frustriert, weil sie ihm nicht bei der Gartenarbeit hilft oder ihm zu wenig Zärtlichkeit schenkt.
Vielleicht haben Sie ein Aha-Erlebnis, wenn Sie feststellen, dass Sie verschiedene Sprachen haben und deshalb die Sprache des anderen bisher nicht wahrnehmen und verstehen konnten. Zu wissen, welche Sprache der Partner/ die Partnerin spricht, wie jemand seine Wertschätzung ausdrückt, kann helfen, Brücken zu bauen und eine bessere Verständigung und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

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