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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Ratgeberreihe Kinder: Kinderkrankheiten 9 – Mumps
Mumps wird lateinisch als Parotitis epidemica bezeichnet = eine anfallsweise häufig auftretende Ohrspeicheldrüsen-Entzündung. Umgangssprachlich heisst sie Ziegenpeter, wahrscheinlich, weil der Gesichtsausdruck mit den geschwollenen Drüsen etwas «dümmlich» wirkt und scheinbar können Ziegen eine ähnlich «aussehende» Erkrankung haben. Durch die lebenslange Immunität nach der überstandenen Erkrankung zählt sie zu den klassischen Kinderkrankheiten. In der Schweiz ist sie im Gegensatz zu Deutschland nicht meldepflichtig. Die Erkrankung ist in der Regel unproblematisch. Einige Komplikationen sind so unerfreulich, dass eine Vorbeugung sinnvoll ist. Und je älter die Erkrankten sind, desto schwerer kann der Verlauf werden.

Ursache:
Der Auslöser ist ein nur den Menschen befallendes Virus der Gattung Rubula, das zu den Paramyxoviriden gehört. Unterschiedliche Genotypen kommen geographisch gehäuft vor. Der Genotyp G nimmt weltweit zu.

Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von ca. 12 bis 25 Tagen treten klassischerweise Fieber und eine ein- oder doppelseitige entzündliche Schwellung der Ohrspeicheldrüse auf.
Der Patient zeigt die typischen «Hamsterbacken» mit abstehendem Ohrläppchen. Die Ohren schmerzen und Kauen wird zur Qual (weiche und säurearme Nahrung bevorzugen). Auch andere Drüsen können mit einer Entzündung reagieren wie z.B. die Bauchspeicheldrüse mit Oberbauchbeschwerden bis zu Erbrechen und fetthaltigen Stühlen. Durch die grosse Variabilität der Beschwerden (auch nur grippeartige oder respiratorische Symptome) verläuft die Erkrankung meist unbemerkt.

Komplikationen:
– Hirnhautentzündung ist bei Kindern die häufigste Komplikation. Sie ist u.a. erkennbar an der schmerzhaften Nackensteifigkeit, Lichtscheue, Kopf- und Nackenschmerzen. Sie tritt bereits eine Woche vor oder bis zu drei Wochen nach Beginn der Erkrankung auf.
– Ertaubung: Bei 1:10 000 Infektionen kann eine meist vorübergehende Innenohrschwerhörigkeit auftreten, entweder ein- oder auch beidseitig.
– Hodenentzündung: bei 30 % der Fälle bei Jungen und Männern sind auch die Hoden betroffen. Die Entzündung beginnt am Ende der ersten Krankheitswoche mit erneutem Fieberanstieg und einer schmerzhaften Schwellung. Im schlimmsten Fall bleibt eine Unfruchtbarkeit als Spätschaden. Andere Drüsen, wie oben erwähnt (Bauchspeicheldrüse, Eierstöcke, Schilddrüse), können ebenfalls betroffen werden.

Therapie:
Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung. Während des üblichen Verlaufs werden die Symptome gelindert: (kühlende) Wickel, nötigenfalls Fiebersenkung und Schmerzbehandlung. Der Arzt kann allenfalls eine Therapie mit Cortison durchführen.

Dauer der Ansteckfähigkeit, Isolierung:
Die Erkrankten können bereits drei bis fünf, max. sieben Tage vor Ausbruch andere anstecken. Dies hält bis in die frühe Rekonvaleszenz an. Längstens neun Tage nach dem Ausbruch können die Erkrankten wieder in die Schule/den Kindergarten etc. Bei recht vielen Patienten verläuft die Erkrankung unbemerkt (30 bis 40%). Sie sind aber ebenfalls in der Lage, über Tröpfchen-Infektion andere anzustecken. Daher ist eine Vorbeugung = Impfung wirklich ein Schutz. Nicht zuletzt auch für jene, die selbst eine Impfung aufgrund ihrer Immunsituation nicht vertragen. Ist die Impfquote in ihrem Umfeld nämlich hoch, sinkt das Risiko, dass sie sich anstecken können.

Vorbeugung:
Es gibt nur eine Kombinations-Impfung, die gleichzeitig auch vor Masern und Röteln schützt (und eine weitere, die zusätzlich noch vor Windpocken schützt). Geimpft werden neu seit 2019 alle Säuglinge: das erste Mal mit neun Monaten und zwingend für einen guten Schutz das zweite Mal mit zwölf Monaten. Der Mindestabstand muss ein Monat sein.
Es gab zwei grössere Mumps-Epidemien in der Schweiz: 1994/1995 sowie 1999/2000 durch die damalige Verwendung des zu schwachen Impfstoffes.

Korrektur zum letzten Ratgeber:
Im letzten Ratgeber habe ich geschrieben, dass zur Behandlung der Symptome der Windpocken auch Präparate mit dem Wirkstoff Ibuprofen eingesetzt werden können. Das wird nach heutigem Wissensstand nicht mehr empfohlen! Die auslösenden Viren können ausnahmsweise Verursacher schwerwiegender Komplikationen von Haut- und Weichteilinfektionen sein. Eine Mitwirkung von z.B. Ibuprofen an der Verschlechterung dieser Infektionen kann nicht ausgeschlossen werden. Während einer Windpockeninfektion sollte daher die Anwendung von Ibuprofen-haltigen Präparaten wie zum Beispiel Algifor Dolo Junior Suspension, Beutel Tabletten etc. vermieden werden.

Lassen Sie sich von uns beraten: vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit

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