Ein Produkt der mobus 200px

Eiken

(st) Es gehört zur Tradition des Hilfswerks «Kirche in Not (ACN)», jeweils im Januar an einem Gedenkgottesdienst seines 2003 verstorbenen Gründers Werenfried van Straaten zu gedenken. Das Lebenswerk des niederländischen Ordensmannes bedeutet heute für Millionen von Christen Hilfe und Hoffnung in schwierigen Situationen. Das gilt ebenso zu Pandemie-Zeiten. Hauptzelebrant Feier in der Luzerner Jesuitenkirche war Pfarrer Adriano Burali, Bauma, welcher als Geistlicher Assistant für das Hilfswerk tätig ist. Der Eiker Pfarrer Stefanus Wolo Itu wirkte als Konzelebrant und willkommener Gast mit.

Zufolge Corona-Vorschriften konnten lediglich maximal 50 Personen am Gedenkgottesdienst teilnehmen. Da jedoch Direktübertragungen bei Radio Maria, Radio Gloria und über Livestream organisiert wurden, dürfte sich der beliebte Gottesdienst im Gedenken an den unvergesslichen Werenfried van Straaten dennoch einer grossen Zuhörerschaft erfreut haben. Im Begrüssungswort schilderte Geschäftsführer Jan Probst eine eindrückliche Begegnung mit dem unvergesslichen Hilfswerksgründer. Dieser fragte ihn nach der Motivation für sein Engagement für “Kirche in Not”. Jan Probst berichtete Werenfried van Straaten, dass sein Onkel als Priester wegen dessen Tätigkeit im kommunistischen Osteuropa zur Zwangsarbeit in den Ural verschleppt wurde. Dort zelebrierte er im Geheimen für Mitgefangene eine heilige Messe. Darauf wurde er von den Kommunisten umgebracht. Dieses Erlebnis hat Jan Probst zum Engagement für die verfolgten Christen bewegt.

Tod und Ausgrenzungen erfolgen auch heute

Geschäftsführer Probst gab zu bedenken, dass auch aktuell Christen zufolge ihres Glaubens einen wahren Kreuzweg zu durchstehen haben. Was seinem Verwandten damals widerfahren ist, müssen heute weltweit unzählige Christen wegen ihres Glaubens gewärtigen. Vielerorts erhalten sie vom Staat keine Corona-Hilfen, in China wurden in den letzten Jahren nahezu 4000 Kirchen geschlossen. In Nigeria sind im vergangenen Frühjahr innert zweier Monate 2200 Christen ermordet worden usw. Trotz Schwierigkeiten ist “Kirche in Not” heute überall im Sinne ihres Gründers aktiv. Obwohl noch Unsicherheiten bestehen, wurden im vergangenen Jahr rund 90 Millionen Euros für konkrete Not-Hilfen im Nahen Osten eingesetzt. Mit Unterstützung von “Kirche in Not” konnte rund die Hälfte der vertriebenen Christen nach Jahren wieder in den Nordirak zurückkehren. Durch zwei Panflöten, ein Euphonium, sowie durch Orgelspiel, wurde der Gottesdienst feierlich umrahmt.

Pater Werenfried – ein Kämpfer für den Frieden

Pfarrer Adriano Burali würdigte in seiner Predigt das Wirken von Pater Werenfried, den er als “Kämpfer für den Frieden” bezeichnete. Nach dem zweiten Weltkrieg sah er die grosse Not und begann, bei flämischen Bauern für arme Menschen im kriegsgeschädigten Deutschland nach Speck zu betteln, was ihm letztlich den legendären Namen “Speckpater” eintrug. Er verstand es, seelsorgerliche und caritative Aspekte segensreich zu verbinden. Der Prediger erläuterte hernach die Bedeutung des Hilfswerk-Signetes, so wie es von Gläubigen aus Südkorea interpretiert wird. Der waagrechte Pfeil bedeutet das Wirken des Hilfswerks von Westen nach Osten, Das rote Feld verweist auf das Blut der Märtyrer und die Liebe des Heiligen Geistes, auf dessen Basis sich die Tätigkeit von “Kirche in Not” abwickelt. Auf Einladung von Jesus hat sich das Hilfswerk erweitert. Es ist, so die von Pater Werenfried geäusserte Zielsetzung, zu einem Treffpunkt der Kinder dieser Erde geworden um sich gegenseitig zu bereichern. Der Priester sieht darin auch eine Garantie, dass wir immer zur katholischen Kirche gehören.

Der vor 18 Jahren verstorbene Ordensmann war ein echter Mann Gottes, nicht einfach nur ein Sozialreformer. Er hat sich auf das Bewusstsein berufen, dass Jesus als wahrer Mensch und Gott zu den Menschen gekommen ist. Das gilt es nicht zu vergessen. “Pater Werenfried sah es als Aufgabe, überall wo Gott weint seine Tränen zu trocknen”, so der Geistliche Assisent des Hilfs-werks, welches diese Aufgabe heute auf der ganzen Welt weiterführt. “Helfen sie mit, im Verbund mit der Mutter Gottes, dieses Engagement weiterhin zu unterstützen. Unsere Kirche gehört ihr seit den Anfängen”, so die Bitte von Pfarrer Burali.

Kerzen im Gedenken an christliche Märtyrer

Als Zeichen von Solidarität und im Gedenken an christliche Märtyrer der jüngsten Vergangenheit entzündeten eine Lektorin und ein Lektor des Hilfswerks Kerzen. Im November wurden Christen während einer Busfahrt im Nahen Osten Opfer eines gezielten Terror-Anschlages. Ende Oktober des letzten Jahres wurde in Venezuela ein 39 jähriger Priester erschossen, als er einer armen Frau in deren Notlage helfen wollte. In Pakistan wurde ein junger Christ von Mitschülern zum Uebertritt zum Islam gezwungen. Als er sich konsequent weigerte, wurde er der Homosexualität bezichtigt, verhaftet und von der Polizei zu Tode geprügelt. Im Sommer 2000 wurde auf den Philippinen eine 24 jährige christliche Lehrerin umgebracht, weil sie sich für ein christliches Lehrprogramm einsetzte. „Die Kerzen sollen“, so die Lektoren, „symbolisch für die verfolgten und bedrängten Christen eine Flamme der Hoffnung sein“.

Einnerung an persönliche Begegnung

Im Anschluss an den Gottesdienst berichtete Pfarrer Adriano Burali in einem bemerkenswerten Impuls wie er 1998 zum Geistlichen Assistenten des Hilfswerks wurde. Auf Vorschlag von Ge-schäftsführer Jan Probst, dem er für das erwiesene Vertrauen herzlich dankte, erwuchs ihm das Vertrauen von Pater Werenfried, dem er auf diese Weise erstmals und unvergesslich begegnete. Pater Werenfried war von einem grossen, beispielhaften Gottvertrauen geführt. Er machte sich einen besonderen Leitsatz für sein Wirken: „Wenn Gott verlangt, dass ich Not lindern kann, muss ich es tun“. Dabei machte er oft Zusagen ohne über die finanziellen Mittel zu verfügen, doch hat sich dieser mutige Vorsatz stets gelohnt. Die Hilfe kam immer. Das motivierte den eifrigen Ordensmann, für stetes Gottvertrauen einzustehen und dafür mit Ueberzeugungskraft zu werben.

Bild: Pfarrer Stefanus Wolo Itu (hinten links), in der Mitte der Geistliche Assistent Pfarrer Adriano Burali, hinten rechts Programmdirektor Pfarrer Thomas Rellstab von „Radio Maria“. Foto: zVg

 

 

 

Sie haben noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich jetzt!

Loggen Sie sich mit Ihrem Konto an