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Rheinfelden

Entwicklung von Assessments in der Abteilung Wissenschaft der Reha Rheinfelden Foto: zVg

(pd) Die Reha Rheinfelden verleiht den Forschungspreis 2020 an eine Forschergruppe aus dem Bereich Physiotherapie. In ihrer umfragebasierten Untersuchung ermittelten internationale Rehabilitationsexperten die wichtigsten Assessments zur Begleitung des Rehabilitationsprozesses von Patienten nach einem Schlaganfall. Die Gewinner können sich über einen mit 5 000 Franken dotierten Preis für wissenschaftliche Arbeiten im therapeutischen Bereich freuen.

Der 2020 bereits zum neunten Mal verliehene Forschungspreis der Reha Rheinfelden geht an: Johannes Pohl, Jeremia Philipp, Oskar Held, Geert Verheyden, Margit Alt Murphy, Stefan Engelter, Agnes Flöel, Thierry Keller, Gert Kwakkel, Tobias Nef, Marion Walker,Nick Ward, Andreas Rüdiger Luft, Janne Marieke Veerbeek für ihre Arbeit «Consensus-based Core Set of Outcome Measures for Clinical Motor Rehabilitation after Stroke - A Delphi Study». Im Rehabilitationsprozess haben nach einem Schlaganfall klinisch und alltagsorientierte Assessments einen hohen Stellenwert. Neben der Einschätzung der Erholung der Patienten dienen sie auch dazu, patienten-spezifische Ziele zu setzen und Behandlungsschwerpunkte festzulegen. Darüberhinaus helfen Assessments dabei, die Qualität der Behandlungen zu evaluieren. Im praktischen Alltag ist es wichtig, schnell und vergleichbar verschiedene Körperfunktionen der Patienten zu erfassen, z. B. für die untere Extremität oder die Selbständigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens. Häufig kann man damit eine Vorhersage zum Erholungsverlauf und den Ressourcen der Patienten machen. Die Autoren der prämierten Arbeit hatten das Ziel, ein Set von qualitativ hochstehenden Assessments zu identifizieren, die im klinischen Alltag schnell eingesetzt werden können und national sowie international anerkannt sind. Zusätzlich wurde bestimmt, zu welchen Zeitpunkten nach einem Schlaganfall und für welche Körperfunktionen die Assessments eingesetzt werden sollten. In einem aufwendigen dreistufigen Befragungsverfahren wurden 33 Rehabilitationsexperten aus 18 Ländern befragt. Die Experten schätzten 119 Assessments aus den Bereichen Körperfunktion, Aktivitäten und Partizipation der Internationalen Klassifikation der Funktionen ein. Sie wurden bezüglich ihrer klinischen Anwendbarkeit und Relevanz auf einer 7-stufigen Skala bewertet. Als Resultat ergab sich eine Empfehlung von acht Assessments, die Funktionen der oberen und unteren Extremität, des Gangs, der Selbständigkeit, Mobilität und der Teilhabe evaluieren und im klinischen Alltag zur Einschätzung des Erholungsprozesses eingesetzt werden sollten. Die beurteilende Jury setzte sich aus drei Mitgliedern zusammen: Prof. Eva Swinnen (Vrije Universiteit Brussel, Belgien), Prof. Erwin Scherfer (Hochschule Furtwangen, Deutschland) und Dr. Corina Schuster-Amft (Leiterin Wissen-schaftliche Abteilung der Reha Rheinfelden). Aufgrund der COVID-19-Pandemie wird die persönliche Preisübergabe erst am 9. Dezember im Rahmen einer gros-sen Fortbildungsveranstaltung der Reha Rheinfelden stattfinden, bei welcher die Forschungsarbeit von den Originalautoren dem interessierten Publikum präsentiert wird.

Forschungspreis 2021
Der Forschungspreis der Reha Rheinfelden wird jährlich vergeben. Die Bewerbungsunterlagen können in deutscher oder englischer Sprache als PDF-Datei per E-Mail an geschickt werden. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August.

Bild: Entwicklung von Assessments in der Abteilung Wissenschaft der Reha Rheinfelden Foto: zVg
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